Cannabinoid-Profil: Tetrahydrocannabinol (THC). Alles was Sie wissen sollen!

Tetrahydrocannabinol

Cannabinoid-Profil: Tetrahydrocannabinol (THC)

Formel: C21H30O2

thc
Molekulare Masse: 314,2246 g/mol
Decarboxylierungspunkt: 94-145 °C (200-293 °F)
Siedepunkt: 157 °C (315 °F)

LD50 (Tödliche Dosis): „LD50 konnte weder bei Rhesusaffen noch bei Hunden bestimmt werden, da einzelne orale Dosen von bis zu 9000 mg/kg von entweder Delta-8- oder Delta-9-THC bei Hunden oder Affen nicht tödlich waren.” (Vergleiche mit Nikotin: für Ratten – 50 mg/kg, für Menschen – 0,5-1 mg/kg)

Während Δ9-THC das häufigste Cannabinoid in den meisten medizinischen Cannabissorten, die in den Läden verkauft werden, ist, ist es nicht das einzige THC in Cannabis; hinzu kommen THCa, THCv und Δ8-THC sowie eine Reihe weiterer Cannabinoide, darunter CBD und CBN. Δ9-THC ist die primäre psychoaktive Verbindung, die in der Cannabispflanze identifiziert wurde, obwohl auch andere Spuren-Cannabinoide psychoaktiv sind und wieder andere, wie zum Beispiel CBD, modulieren, wie THC den Körper beeinflusst. THCv und CBN haben sich beide als psychoaktiv erwiesen, während THCa nicht psychoaktiv ist (wie CBD).

Δ9-THC ist das Cannabinoid, das für den berüchtigten Heißhunger verantwortlich ist, von dem Cannabiskonsumenten oft sprechen. Durch eine ironische Wendung des Schicksals wird THCv, eine Chemikalie vergleichbar mit THC, als Appetitzügler erforscht. THC ist das Ergebnis von THCadecarboxylierung, da THCa Kohlenstoffmoleküle verliert, wird es zu THC und wirkt psychoaktiv. Letztendlich führt der gleiche chemische Prozess dazu, dass das THC weiter in CBN zerfällt, wobei einige seiner psychoaktiven Eigenschaften erhalten bleiben, aber viel von seinem medizinischen Wert verloren geht.

Therapeutische Anwendungen von Tetrahydrocannabinol (THC)

Analgetikum – lindert Schmerzen.

Anti-Emetikum – reduziert Erbrechen und Übelkeit.

Anti-Proliferativ – hemmt das Wachstum von Krebszellen.

Antioxidans – verhindert die Beschädigung von anderen Molekülen im Körper durch Oxidation.

Krampflösend
– unterdrückt Muskelkrämpfe.

Anxiolitisch – THC scheint zwar nicht vollständig als anxiolitische Verbindung erkannt zu werden, scheint jedoch bei mit PTBS verbundenen Angstzuständen zu helfen.

Appetitstimulant – Δ9-THC ist das einzige identifizierte Cannabinoid, das ein Appetitstimulans ist und den berüchtigten Heißhunger verursacht, den viele Anwender beschreiben.

Euphorisch – erzeugt Euphorie, fördert Glück und Entspannung.

Neuroprotektive – verlangsamt die Schädigung des Nervensystems und des Gehirns.

 

Derzeitige Forschungsbereiche von Tetrahydrocannabinol (THC):

Anorexia Nervosa: THC hat sich als vielversprechend bei der Umkehrung des Gewichtsverlustes, der mit Anorexie assoziiert ist, gezeigt, was durch Studien an Mäusen und Menschen belegt wurde. Sogar die synthetischen Cannabinoide Dronabinol und Marinol haben gezeigt, dass sie bei Gewichtsverlust helfen. Während THC den Appetit anregt, zeigte eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie, dass die Wirkung jedoch nicht stark genug ist, um THC als eine mögliche Behandlungsform bei Kachexie oder Anorexie zu verwenden.

Krebs: THC war das erste Cannabinoid, das sich bei der Bekämpfung von Krebs wirksam zeigte, und seitdem wurde bewiesen, dass es das Wachstum von Tumoren stoppt und in einigen Fällen die Tumoren sogar schrumpft, obwohl die verschiedenen Methoden noch nicht vollständig geklärt sind. Eine kürzlich durchgeführte Fallstudie an einem Kind, das an einem Gehirntumor litt, hat gezeigt, dass eine 90-prozentige Verkleinerung des Tumors im Laufe eines Jahres bei zweimal täglicher Verwendung von Hanföl eingetroffen ist.

Der Veteran-Krebsforscher Donald Tashkin hat in der bisher größten kontrollierten Studie ihrer Art herausgefunden, dass das tägliche Rauchen von THC-reichem Cannabis in weniger Fällen zu Krebs führte als in der allgemeinen Bevölkerung von Nichtrauchern! Denken Sie mal darüber nach; alles Rauchen verursacht Krebs durch die Bildung von Benzpyren, aber trotzdem ist die anti-proliferative Wirkung von THC stark genug, um mehr Krebs zu verhindern, als das Rauchen verursacht.

 Interessante Tatsache: das Verbrennen von organischen Stoffen erzeugt Benzpyren. Dies bedeutet, dass gegrilltes Fleisch, Toast, und sogar gegrilltes Gemüse Krebs verursachen kann, aber Cannabis wird das nicht einmal dann tun, wenn Sie ihn verbrennen. 
Chronische Schmerzen: THC hat sich sehr vielversprechend bei der Behandlung chronischer Schmerzen gezeigt, da es die Art und Weise, wie die Nerven funktionieren, zu verändern scheint. THC wurde auch intensiv für die Behandlung neuropathischer Schmerzen, einschließlich der mit HIV und Krebs verbundenen Schmerzen, untersucht. Neuere Studien scheinen übereinstimmend zu bestätigen, dass THC das Schmerzempfinden verändert und somit Schmerzen erträglicher macht. Es ist kein Schmerzmittel in dem Sinne, dass es die Schmerzempfindung verringert, sondern es scheint die Schmerztoleranz zu erhöhen, indem es Anwender von ihren Schmerzen ablenkt. Eine Studie aus dem Jahr 2015 über Neuropathie bei Diabetikern ergab, dass THC “eine dosisabhängige Reduktion der diabetischen peripheren Neuropathieschmerz zeigte”.

Glaukom: Robert Randall, der erste medizinische Cannabispatient in der amerikanischen Geschichte, und der Mann, der für die Verabschiedung des Bundesprogramms für medizinischen Cannabis in den 70er Jahren verantwortlich ist, das Compassionate Investigative New Drug Program, verwendete THC-reichen Cannabis zur Behandlung des Augeninnendrucks, welcher durch sein Glaukom verursacht wurde, bis zu dem Tag, an dem er 2001 verstarb. Ein Jahr nach Randalls Tod war eine Studie in Pharmakologie und Therapeutik die erste, die Cannabinoidrezeptoren in den Augen entdeckte, was einige Hinweise auf die Wirksamkeit von THC bei Glaukomen lieferte.

Im Jahr 2004 bestätigte eine Studie im British Journal of Ophthalmology die jahrelangen persönlichen Anekdoten und stellte fest, dass THC den Augeninnendruck senkt. Der Wirkungsmechanismus ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. Während sich die meisten Tests zum Cannabiskonsum auf das Rauchen konzentrieren, untersuchte eine Studie über Cannabiskonsum und Glaukom aus dem Jahr 2006 den sublingualen Cannabiskonsum. Diese Studie ergab, dass 5 mg sublingual verabreichtes THC den Augeninnendruck ohne viele Nebenwirkungen reduzierte. Die gleiche Studie hat festgestellt, dass CBD entweder gar keine Wirkung hat, oder den Augendruck verschlechtert.

HIV / AIDS: Abgesehen von den Schmerzen und der Übelkeit, die oft mit HIV / AIDS in Verbindung gebracht werden, bekämpft THC den Virus auf eine einzigartige Weise, die erst kürzlich entdeckt wurde. Eine Studie von 2012 zeigt, dass THC bei der HIV-Behandlung durch die Aktivierung von CB2-Rezeptoren und CD4-Rezeptoren hilft. Cannabis beeinflusst unseren Körper, indem es mit unserem Endocannabinoid-System interagiert, die CB2- und CD4-Rezeptoren sind ein Teil dieses Systems. Eine Studie, die Anfang Jahr durchgeführt wurde, erläutert die Rolle von THC bei der Bekämpfung von HIV durch die Aktivierung von CB2-Rezeptoren.

Posttraumatische Belastungsstörung:
Kürzlich durchgeführte Studien haben gezeigt, dass THC eine wirkungsvolle Behandlungsmethode für posttraumatische Belastungsstörungen darstellt, möglicherweise aufgrund seiner Fähigkeit, Menschen beim Vergessen zu helfen. Dieses Vergessen kann auch das Vergessen eines Traumas beinhalten, welches losgelassen werden muss, damit es geheilt werden kann und der Patient wieder vorwärts schauen kann. THC ist eine Pflanzenversion des Endocannabinoids Anandamid, welches ebenfalls gezeigt hat, dass es bei der Behandlung von PTBS von entscheidender Bedeutung ist. Jetzt erforscht eine Vielzahl von Wissenschaftlern, darunter die preisgekrönte Forscherin Sue Sisley, die Fähigkeit von THC, bei der Behandlung von PTBS zu helfen.

Dr. Sisley hat viel Aufmerksamkeit erlangt, nachdem Dr. Sanjay Gupta ihre PTSD-Forschung in seinem CNN-Special Weed III behandelt hat. Die Forschung von Dr. George Greer in New Mexico hat gezeigt, dass THC-reiches Cannabis die Symptome von PTSD im Durchschnitt um 75% reduzieren kann. Eine Studie der Universität von Halfa aus dem Jahr 2011 hat gezeigt, dass Marihuana, insbesondere THC, dazu beitragen kann, den Beginn von PTBS zu mildern, wenn es nach einem traumatischen Ereignis eingenommen wird.

Gastrointestinale Entzündung: THC senkt die Häufigkeit von Blockaden und anderen gastrointestinalen Entzündungen, die mit der Einnahme von entzündungshemmenden NSAID-Medikamenten verbunden sind. THC “schützt gegen Diclofenac-induzierte entzündliche Gewebeschäden im Magen bei Dosen, die nicht ausreichen, um häufige Cannabinoid-Nebenwirkungen zu verursachen.” Eine kürzlich durchgeführte Umfrage im Zusammenhang mit Reizdarmsyndrom fand heraus, dass 1/6 aller Befragten THC-reichen Cannabis zur Behandlung der Entzündung verwenden.

 

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